Tiermes,
eine keltisch-iberische römische Stadt im Stein:
(Bericht über den Fund und seine Geschichte)
Einleitung
Innerhalb der Vielfalt archäologischer Fundstellen auf der Iberischen
Halbinsel muss die von Tiermes, in Montejo de Tiermes, Soria (Eigenständige
Gemeinde Castilla y León, Spanien) hervorgehoben werden. Mitte
der dreißiger Jahre hat der spanische Archäologe Blas Tarracenas
systematische Ausgrabungen an der Fundstelle durchgeführt und Tiermes
das „spanische Pompeji” genannt.
Abgesehen von ihren einfachen Zugangsmöglichkeiten, sind die Reste
der antiken keltisch-iberischen Befestigung (oppidum) und jene der römischen
Stadt, sowohl für die Wissenschaftler als auch für die Besucher,
eine der interessantesten archäologischen Fundstellen in Spanien.
Türen, Fenster, Treppen, Häuser, Strassen, Wege, die Reste
der Stadt Tiermes haben Jahrhunderte überlebt, da sie teilweise
in Sandstein gemeisselt sind.
Die Ansammlung von meterhohen Schichten und Steinresten erlaubte, dass
zahlreiche Stadtstrukturen 20 Jahrhunderte überlebten und wir sie
heute erforschen können.
Zwischen den von Raubvögeln überflogenen Abhängen und
Auen, bilden icht und Wildnis der Sierra Pela einen ständigen und
einsamen Rahmen für die inmitten der sorianischen Öde verlorene
Stadt.
Die Ausgrabungen von Ortega und Zozaya in den sechziger Jahren und die
systematischen Arbeiten, die José Luis Argente Oliver von 1975
bis 1989 durchgeführt hat, trugen dazu bei einen großen Teil
der Fundstelle ans Licht zu bringen. Diese wird seit dem Jahre 2001 vom
Leiter der Ausgrabungen in Tiermes, Santiago Martinez Caballero, erforscht,
vom Gemeinderat von Castilla y León gesponsort, mittels der Unterstützung
der „Vereinigung der Freunde des Museums von Tiermes“ finanziert,
sowie mit dem persönlichen Einsatz der Mitglieder unterstüzt.
Im September des Jahres 2003 hat die europäische Kommission der
Durchführung des Projektes “Life-Tiermes 2003-2006” zugestimmt.
Santiago Martinez Caballero leitet es und entwickelt zur Zeit Strategien
für die Erforschung, Erhaltung und Wertgebung der archäologischen
Fundstelle Tiermes und derer Umgebung.
Historische Daten über Tiermes
Die ersten historischen Daten über Tiermes finden wir in den klassischen
Quellen vor, obwohl diese spärlich und ungenau sind. Ausserdem wurden
diese zu einem viel späteren Zeitpunkt verfasst.
Für Ptolemäus gehörte Tiermes zu den Städten des
Volkes der Arevacos. Seinerseits Apian weist darauf hin, dass Tiermes
eine der wichtigsten Ortschaften zur Zeit der keltisch-iberischen Kriege
(153-133 v.Chr.) war und bestätigt, dass im Jahre 98 v. Chr. der
Konsul Titus Didius die Stadt unterworfen und deren Einwohner gezwungen
hat, sich ins Flachland zu begeben, sowie ihnen verbot ihren neuen Siedlungsort
zu ummauern.
Mit diesen flüchtigen Angaben und weiteren Informationen die uns
seitens Diodorus von Sizilien, von Posidonius, Titus Livius, Tacitus,
Plinius und anderen zukommen, kann Tiermes als die Stadt der Arevacos
bezeichnet werden, die sich im allgemeinen geschichtlichen Rahmen der
Eroberung und Romanisierung des keltisch-iberischen Teils Hispaniens
Rom entgegenstellte.
Mitte des ersten Jahrhunderts v. Chr., als Frieden ins Flachland einkehrte,
wurde Tiermes rechtlich zu einem Teil des Bezirks von Clunia. Die Stadt
gewann an Wichtigkeit, bis sie irgendwann im Laufe des 1. Jahrhunderts
n. Chr. zu einem römischen Verwaltungsgebiet (Termes) wurde, wahrscheinlich
unter der Regierung der Julius-Claudius-Dynastie. Der städtische
Glanz Tiermes’ verbreitete sich während des Klassischen Reiches.
Dies ist aus den Überresten der öffentlichen Bauten ersichtlich
(Forum, Macellum, Aquädukte, das sogenannte Castellum Aquae, Thermen
usw.).
Als die Krise des 3. Jahrhunderts begann, wurde die Stadt mit Mauern
umgeben und ihr Umfang verkleinert. Während des Niederen Reiches
hat die Stadt ihre Aktivitäten weitergeführt und um das 6.
oder 7. Jahrhundert war ein Teil derselben das Zentrum einer westgotischen
Niederlassung. Dies beweisen die im Forum gefunden Grabstätten dieser
Zeit und die Reste eines Kultgebäudes der Epoche von dem wiederverwertete
Zierstücke gefunden wurden.
Mit der Eroberung durch den Islam wurde Tiermes zur Grenze zwischen
Christen und Mohammedanern am oberen Duero: unsicher und spärlich
bevölkert.
Ab dem 12. Jahrhundert n. Chr., nach der endgültigen Wiedereroberung
der Gegend, hat Tiermes es nicht jedoch geschafft, ihren alten Stellenwert
als Hauptstadt der Region südlich des Duero zurückzugewinnen.
Tiermes verlor all ihre Bedeutung bis sie nur noch ein bescheidenes Dorf
war, mit Kirche und Kloster, der wichtigen Bevölkerungsballung der
Stadt Caracena unterstellt.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die Kirche in Tiermes zur Einsiedelei,
die hinterbliebene Bevölkerung begann sich an anderen Orten mit
landwirtschaftlichem Schwerpunkt niederzulassen.
Das antike Tiermes hat nur den ursprünglichen religiösen Glanz
beibehalten. Seine Einsiedelei war der wichtigste Wallfahrtsort der Gegend
und bis heute finden jedes Jahr im Mai und Oktober Pilgerfahrten zu Ehren
von „Nuestra Señora de Tiermes“ (Unsere Frau von Tiermes)
statt (das romanische Original der Heiligenstatue befindet sich im Museum
der Kathedrale von El Burgo de Osma).
Forschungen über Tiermes
Gelehrte und Historiker bis ins 19. Jahrhundert
Die Forschungen im keltisch-iberischen und römischen Ort Tiermes
werden nach wissenschaftlichen Methoden erst durch Nicolás Rabal
im Jahr 1888betrieben, als er die Arbeiten an der Fundstelle übernimmt.
Von Ende des 15. Jahrhunderts -Zeitpunkt bis zu welchem die letzten
Angaben über die in Tiermes lebende Bevölkerung bekannt sind-
bis Ende des 19. Jahrhunderts haben mehrere Berichterstatter über
das Vorhandensein einer wichtigen Bevölkerung am Fundort der Ruinen
in Studien verschiedener Art (gelehrter, künstlerischer, statistischer,
demografischer und enzyklopädischer Natur) geschrieben. Dies wurde
sofort mit jenem Tiermes aus den klassischen Quellen in Zusammenhang
gebracht (Titus Livius, Apianus, Diodorus, Siculus, Florus, Salustius,
Tacitus, Ptolomäus, Plinius, Nonnius Marcellus), mit der urwüchsigen
Stadt, die im Jahr 98 v. Chr. vom Konsul Titus Didius erobert und später
zu einem römischen Verwaltungsgebiet wurde.
Diese Schreiber (Ambrosio de Morales, Mariana, Flórez, Madoz,
Loperráez, Lafuente, Masdeu, Ceán Bermúdez, Cortés
y López usw.) verbinden das Vorhandensein beeindruckender Ruinen
mit der Existenz der antiken römischen Stadt, von welcher damals
nur ein paar Gebäude sichtbar waren, und die auf den Überresten
der von Rom eroberten Ortschaft errichtet worden war.
Dieser Ort ist auch als eine Ausgrabungsstätte von Fundstücken
begehrt, um die Lebensweise verschiedener Völker, die dort während
des Mittelalters die Landstriche (Montejo, Liceras, Carrascosa, Retortillo
usw.) bewohnt und zum Untergang von Tiermes bis Ende des 19. Jahrhunderts
beigetragen haben, zu erforschen. Zum Beispiel, die Entdeckung der Trullae
(Schöpfgefässe) aus Silber im Jahr 1885 zusammen mit den Resten
der Stadtmauer des Niederen Reiches (die heute in der Hispanic Society
of America in New York zu sehen sind), verursachte eine “rücksichtslose
Schatzsuche” seitens der einheimischen Bevölkerung, was die
Zerstörung der Fundstelle zur Folge hatte. Wichtige archäologische
Fundstücke wurden zerbrochen, um als Baumaterial wiederverwertet
zu werden (wie zum Beispiel die Grabinschrift des Pompejus Placidus,
die heute an der Vorderfront eines Hauses in Carrascosa zu sehen ist).
19. Jahrhundert bis 1930
Die wissenschaftlichen Forschungen über Tiermes begannen mit Nicolás
Rabal, dem wichtigen Historiker, Schriftsteller und Gelehrten aus Soria.
Nach seiner Reise an diesen Ort im Jahr 1887 beschreibt er ihn zum ersten
Mal anhand von geographischen, städtebaulichen und topografischen
Angaben. Er unterscheidet die keltisch-iberische von der römischen
Bevölkerung. Dank seiner Arbeit finden zu Beginn des 20. Jahrhunderts
die ersten Ausgrabungen an der Fundstelle statt.
In den Jahren 1910 und 1911 wird Narciso Sentenach beauftragt, mit einer
ausführlicheren Ausgrabung zu beginnen. Zuvor hatte der Herzog Romanones
im Jahre 1909 eine Expedition geleitet mit dem Ziel, Reste von Gebäuden
in der Gegend des Forums und der Thermen ans Licht zu bringen. Diese
Ausgrabungen hatten mehr einen abenteuerlichen Charakter und zählten
mit geringem wissenschaftlichen Rückhalt. Sentenach beginnt seine
Nachforschungen im Forum (Standort des Kaiserlichen Tempels). Grosse Überreste
von Gebäuden, sowie ihre Teile (Säulen, Architraven usw.) treten
ans Licht. Weitere interessante Fundstücke, wie Bronzeskulpturen
(einheimischer Würdenträger, eine Pferdestatue, Apollo usw.)
bestätigen diesem Forscher den historischen und archäologischen
Wert des antiken Tiermes. In seinen Veröffentlichungen beschreibt
und deutet Sentenach die Ruinen, vervollständigt dabei die historischen
Aufzeichnungen und konzentriert sich auf die Identifizierung und Unterscheidung
zwischen den einheimischen und den spezifisch römischen Elementen.
1913 führt Ignacio Calvo die Ausgrabungen in der selben Gegend
fort. Dabei weitet er das archäologische Wissen aus und wendet sich
intensiver den aus dem Mittelalter stammenden Fundstücken der Ausgrabungstätte
zu. Die Objekte, die von Romanones, Sentenach und Calvo gefunden wurden,
befinden sich im Archäologischen Nationalmuseum, wo sie heutzutage
teilweise ausgestellt sind.
Auch der deutsche Archäologe Schulten, der zur Zeit in Numancia
forscht, interessiert sich sehr für Tiermes und besucht die Stadt
regelmässig, obwohl er dort nie Ausgrabungen durchgeführt hat.
In seinen Werken untersucht und interpretiert er die geschichtliche Entwicklung
und die archäologischen Funde aus Tiermes.
1930 bis 1970
Mit Blas Taracena, damaliger Direktor des Museum in Numancia, beginnt
eine neue Zeit für die Forschung. Seine Arbeit beruht auf wissenschaftlicher
Basis, hauptsächlich archäologischer Art, und er beginnt den
Ort systematisch zu erforschen. In den dreißiger und vierziger
Jahren führt er verschiedene Ausgrabungen in Tiermes durch. Dank
der erhaltenen Ergebnisse kann er bezüglich der Entwicklungsphasen
der Stadt, der städtischen Planung und der Merkmale der Gebäude
neue Schlüsse ziehen. Zum ersten Mal wird über die Eigenschaften
der Steinmetz-Technik geschrieben, die im Entwurf und der Durchführung
mehrerer keltisch-iberischer und römischer Bauten verwendet wurde.
Die Originalität und Großartigkeit der prähistorischen
Architektur und die aussergewöhnliche Erhaltung der Höhe mehrere
Gebäude in Tiermes kennzeichnen die Stadt als das „spanische
Pompeji”. Taracena trägt auch Informationen und Meinungen
anderer Autoren zusammen und interessiert sich für das Gebiet als
den notwendigen Schwerpunkt zum Verständnis der historischen Entwicklung
der Stadt.
In den sechziger Jahren hat der Archäologe aus Soria Teógenes
Ortego die Ausgrabungen weitergeführt, das Wissen über Tiermes
erweitert und neue Daten zur Auslegung der Entwicklung beigetragen. Er
ist der erste Autor, der einen Führer über die Fundstelle veröffentlicht.
In den Jahren zwischen 1940 und 1970 haben sich Autoren wie D’Ors,
Nieto oder García y Bellido für spezifische Objekte aus Tiermes
interessiert. Ihre Veröffentlichungen projizieren die Ausgrabungsstätte
in die nationalen archäologischen Forschungen.
1975 bis 2004
Ab den siebziger Jahren wurde bei den Ausgrabungen in Tiermes eine neue
Forschungsmethodik angewendet, die sich mit den aktuellen Richtlinien
der Archäologie in Spanien deckt. Zur Zeit wird in ganz Europa eine
Erneuerung dieser Wissenschaft aufgrund der modernen, vor allem angelsachsischen
und italienischen Strömungen und Methodologien in den Geisteswissenschaften,
betrieben. .
Dies begann mit den Ausgrabungen von Juan Zozaya in der Gegend des Forum
im Jahre 1971 und wurde ab 1975 mit dem systematisch geplanten Projekt
von José Luis Argente Oliver für die römische Stadt
und den Forschungen über die mittelalterliche Niederlassung (Carlos
de la Casa und andere Forscher) weitergeführt. Die unterschiedlichen
Arbeiten und Berichte, die in dieser neuen Phase entstanden, ermöglichen
eine vollständige Überarbeitung der Kenntnisse über Tiermes.
Dies geschah sowohl durch die Erforschung weitläufiger Ausgrabungsstätten,
als auch durch die Auslegung der Entwicklung und des Wandels von Tiermes
während der Bronzezeit und des Mittelalters.
José Luis Argente Oliver leitete die Arbeiten in Tiermes. Zuerst
grub er mit anderen Archäologen an verschiedenen Orten der Fundstelle
und dann alleine bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1998. Durch ein
systematisch durchgeführtes Projekt verdeutlicht er seine Absicht,
die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit dem allgemein interessierten Publikum
vorzulegen. Dies erreicht er sowohl durch Veröffentlichungen, als
auch durch die Wertgebung der Baulichkeiten, die langsam ans Licht gelangen.
Die Bemühungen Argentes erreichen ab 1986 einen Wendepunkt, als
die Anlagen des Monographische Museums in Tiermes erbaut werden. Die
Stadtverwaltungen erkannten sowohl die Arbeiten, die zu diesem Zeitpunkt
durchgeführt wurden, als auch die archäologische Wichtigkeit
und Pracht von Tiermes. Der Bau des Museums ist der Schlüssel zur
Bekanntmachung vorort und liefert die notwendige Infrastruktur zur Vollendung
der laufenden Arbeiten. Somit wird Tiermes zu einer der wichtigsten archäologischen
Gegenden in Spanien, ausgestattet mit der besten Infrastruktur, um die
Forschungsarbeiten, den Schutz und die Verbreitung an jeder aktiven Fundstelle
zu unterstützen. Dank Argente sind heute viele archäologische
Strukturen sichtbar und können der Öffentlichkeit zur Besichtigung
freigegeben werden. Dieser Forscher hat viel zur Förderung der Provinz
Soria beigetragen, vom Aussichtsturm des Numantischen Museums bis zur
kulturellen Bereicherung der Einwohner. Zu den Ergebnissen seiner Arbeiten
gehört die Freilegung des Aquädukts, Forums, der Stadtmauern,
des Hauses des Aquädukts, des Komplexes der Steinarbeiten im Süden,
die in Steien gehauenen Stufen, die Strassen der Stadt usw.
Während der siebziger und achtziger Jahre arbeiten Carlos de la
Casa und Argente zusammen. Ersterer leitet die Ausgrabungen an der mittelalterlichen
Niederlassung mit Eingriffen an der neben der Einsiedelei gelegenen Nekropole.
Dank der Ergebnisse dieser Ausgrabungen wird Tiermes nun auch in der
Bibliographie über archäologische Ausgrabungen aus dem Mittelalter
in Spanien angeführt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde Tiermes, was
das Mittelalter betrifft, trotz der römischen Einsiedelei aus dem
12. Jahrhundert, nicht sehr beachtet. Die Einsiedelei zeugt davon, dass
Tiermes ein kleines, von der Stadt Caracena abhängiges, Dorf war.
Auch die Arbeiten über das mittelalterliche Tiermes von Manuela
Deoménech über die Grabstätten neben dem Fluss und die
des jetzigen Direktors des Numantischen Museums, Elías Terés,
neben der Einsiedelei, müssen hervorgehoben werden.
Damals wurden in Tiermes weitere spezifische Ausgrabungen durch andere
Forscher durchgeführt. Es interessierten sich zum Beispiel Alfredo
Jimeno (1975-1976) für die frührömische Epoche im zentralen
Bereich der Fundstätte, der Professor der Universidad Complutense
in Madrid Víctor Fernández (1979-1980) für die Stadtmauer;
José María Izquierdo (1981-1984) für den Tempel des
Forums oder für die Vollendung der Ausgrabungen von Argente nach
dessen Tod durch E. Dohijo und J. Morales (1999).
Tiermes, heute
Die gegenwärtige Unterstützung seitens der Verwaltung zugunsten
der Forschung in Tiermes fusst auf den Richtlinien, die von der für
Kulturgüter zuständigen Verwaltung erlassen wurden, dem Gemeinderat
von Castilla y León, sowie auf der Erklärung der Fundstelle
zum allgemeines Kulturgut, im Jahre 1994. Dies sind Voraussetzungen für
das Verhältnis Forschung/Erhaltung und der im Jahre 1996 durch die
Genehmigung des Leitplans der Fundstätte als ein langfristiges Projekt
aufgezeigte Ausgangspunkt.
Die aktuelle Forschung, die von Santiago Martínez Caballero geleitet
wird, ist Teil des LIFE-Projektes in Tiermes. In Anbetracht der Anweisungen
des Gemeinderats von Castilla y León, konzentriert sich der Wissenschaftler
auf das Forum, wo es notwendig sowohl archäologische und als auch
historische Aspekte zu klären. Dieses hat zum ersten und auf sozialer
Ebene das Ziel, die Fundstelle der Öffentlichkeit verbessert vorzustellen,
sowie alle Besonderheiten hervorzuheben und zum Zweiten, auf rein wissenschaftlicher
Basis, um neue Schlüsse zu ziehen und zu überarbeiten, um so
die historische Entwicklung der Stadt, deren Gebiet und die komplexen
archäologischen Verbindungen zwischen der früheren keltisch-iberischen
Ansiedlung bis zu ihrer Umwandlung in eine mächtige römische
Stadt zu verstehen. Dies kann geschehen, sobald für die moderne
spanische und europäische Archäologie neue und überarbeitete
Richtlinien entstehen um so die archäologischen Daten in diesem
historisch-kulturellen Rahmen auslegen und bewerten zu können.
Die aktuelle Arbeitsgruppe, zu der ein Großteil früherer
Mitarbeiter von Argente gehört, hat mit neuen Erkenntnissen über
die Fundstätte zum Ziel beizutragen. Diese bauen auf die Forschungsergebnissen
der letzten hundert Jahre auf und werden durch die Aufnahme neuer Belege
und verschiedenen methodologischen und epistemologischen Angehen der
zeitgenössischen Archäologie unterstützt.
Archäologische Ausgrabungen in Tiermes von
1909 bis 2004.
o Herzog Romanones: Forum, Thermas 1909
o Narciso Sentenach: Forum 1910-1911
o Ignacio Calvo: Forum 1913
o Blas Taracena: mehrere Gegenden, dreißiger und vierziger Jahre
o Teógenes Ortego: mehrere Gegenden, sechziger und siebziger Jahre
o Juan Zozaya: Forum 1971
o José Luis Argente: Forum, Umgebung des Forum, Stadtmauer, Aquädukt,
Haus des Carratiermes, westgotische Nekropole, 1975-1998
o Carlos de la Casa: Nekropole Einsiedelei, 1975-1985
o Alfredo Jimeno: Umgebung des Forum, 1975-1976
o Elías Terés: mittelalterliche Siedlung, 1981-1982
o Manuela Domenech: Nekropole Einsiedelei, 1981-1982
o Víctor Fernández: Stadtmauer, 1979-1980
o José María Izquierdo: Forum, 1981-1984
o Eusebio Gutiérrez Dohijo und Alberto Bescos Casa: Aquädukt, Forum,
2000-2001
o Santiago Martínez Caballero und Alberto Bescos: Forum, 2002-2003
o Santiago Martínez Caballero (LIFE-Projekt): Forum, 2004-(2006)
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